Ladwersch

In meinem Beitrag Sommer auf’s Brot habe ich ein Rezept für sog. „Fruit Butter“ nachgekocht. Melissa schreibt, daß dies eine Erfindung der deutschen Einwanderer nach Pennsylvania sei, um die Apfelernte besser lagern zu können.

Durch Zufall stieß ich am Wochenende auf einen Beitrag in einem ursprünglich englischen Kochbuch (Marye Cameron-Smith – Spaß am Einmachen), in dem unter anderem gesagt wird, daß diese Zubereitungsmethode in Großbritannien und Deutschland schon sehr lange weit verbreitet ist. Und siehe da: sie hat recht! Es handelt sich um nichts anderes als „Latwerge“ bzw. „Ladwersch“. Hier in Hessen wird der Name hauptsächlich für Quetschemus Pflaumenmus verwendet, aber bekannt sind auch Varianten mit Äpfeln, Birnen, Holunder.

Ursprünglich bedeutete Latwerge Dicksaft oder Sirup und stammt aus dem Lateinischen (elect(u)arium = Heilsaft) bzw. Griechischen (ελεικτον = (flüssige) Arznei (zu gr. εκλειχειν = auslecken)).


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3 Gedanken zu „Ladwersch“

  1. Interessanter Zusammenhang!
    Schreibt man das so? Bei meiner Oma hats immer mehr nach Lattwärsch geklungen und die weiter entfernte Verwandtschaft sagt ungefähr Laddwerje. :-))))

    Bei der Griechenversion bräucht ich noch eine Lautsprache-Hilfe.
    😉

    1. Öhm.. griechisch kann ich auch nicht. Das hab ich irgendwo mit Cut&Paste kopiert, weil ich den Zusammenhang von „Sirup“ und „Heilsaft“ und „Auslecken“ so hübsch fand. Aber wenn ich mir die Buchstaben so ansehe, ist es wohl mit der lateinischen Version verwandt und wird (vielleicht) auch so ähnlich klingen.

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