Endlich habe ich es geschafft, die diesjährigen Plätzchen zu backen. Normalerweise sollten sie ja zu Nikolaus alle fertig sein, aber das hat dieses Jahr nicht geklappt. (Wenn man auch in der Weltgeschichte umher reist und auf Food-Blogger-Seminare geht …)
Weihnachtsplätzchen 2014
Da einige Plätzchensorten bei uns jedes Jahr auf den Nikolaus-Teller gehören, habe ich die meisten Rezepte bereits verbloggt, die anderen liefere ich noch nach.
So, jetzt kommt der Teil, auf den Ihr wohl schon alle gewartet habt, oder?
Wenn ich mir allerdings die folgenden Bilder so anschaue, frage ich mich, wie ich das alles im Gepäck untergebracht hatte. Naja, zugegeben, einen Teil habe ich erst am Flughafen gekauft und in einer Extra-Riesen-Tüte ins Flugzeug geschleift.
Frisches Kimchi, gut verpackt
Geröstete Algen
Fertigsuppen (sollen lt. Kollegen besser schmecken als die hier erhältlichen)
Soju – Reiswein/-schnaps
Frische Yuja-Zitronen (jap: Yuzu)
Yuja Cha – In Honig eingelegte Yuja-Streifen, die mit heißem Wasser aufgegossen werden und dann einen göttlich duftenden Tee produzieren. Gut gegen Erkältungen!
Frische Getrocknete Dae Chu (Chinesische Jujuba (Ziziphus zizyphus, syn. Ziziphus jujuba) oder Rote Dattel oder Azufeifa – auch auf Mallorca als Ginjols erhältlich)
Geröstete Gingkonüsse
Mogwa – Eine frische chinesische Quitte
Diverse Hustenbonbons mit Quitte
Gochu Garu – Chilipulver, u.a. für Kimchi
Gochu Gang – Chilipaste
Frisches Kurkuma
Pinienkerne
Getrocknete Mini-Fischchen, wird gern als salzige Würze verwendet
Tteok – Reiskuchen
Grüner und anderer Tee
Reiscracker
Bei den Nicht-Lebensmitteln kam nicht soviel zusammen. Das lag unter anderem daran, daß ich die vielen, teilweise riesigen Department Stores und Malls aus Zeit- und Interessegründen nicht besucht habe, sondern eben mehr in kleinen Geschäften und auf den Märkten unterwegs war.
Socken, T-Shirts
Verschiedene Samen, z.B. rotes und grünes Perilla (Kkaenip)
Diverse hübsche selbstklebende Notizzettel
Hübsche Pralinentütchen
Koreanisches Geschirr und Besteck von der Resterampe
Blümchen-Kulis
Eine hübsche, kleine Perlmutt-Schachtel
Kühlschrankmagnete
Weihnachtsbäume aus Alufolie
Stempel mit unseren Namen in koreanischer Schrift
Schreibmappen
Von der Palastwache gemeuchelte Bambusstäbe
Gemüseausstecher
Ein Kofferschloß in Herzform vom N Seoul Tower
So, das war’s! Eine anstrengende, natürlich viel zu kurze Geschäftsreise mit Mini-Urlaub, die mir sehr gefallen und den Wunsch geweckt hat, in Südkorea doch mal etwas länger Urlaub zu machen.
Am nächsten Morgen (Montag) mußte ich dann relativ früh aus dem Hotel auschecken, um vom Bahnhof Seoul mit dem Express-Zug direkt und absolut problemlos zum Flughafen Incheon zu fahren. Ich konnte sogar mein Gepäck bereits am Bahnhof einchecken.
Unterwegs war die Landschaft teilweise atemberaubend schön:
Chinesisches BerglandEine Fabrik im chinesischen NiemandslandDie Grenze von China und der Mongolei
Auch habe ich ein paar Meteoritenkrater gesehen, aber die Bilder sind leider nichts geworden.
Später über Sibirien:
Der Fluß Ket, ein Nebenfluß des Ob
Nur ein paar Stunden später (hüstel) waren wir dann auch schon wieder über Deutschland:
Am nächsten Tag (Sonntag) war es doch recht frisch, wenn nicht gar „saukalt“. Wo am Abend zuvor ein geschäftiger Markt war, lag alles verwaist im Sonntagmorgen-Schlaf. Selbst die Tauben hatten so früh am Vormittag keine rechte Lust.
Ich wanderte vobei an der alten und der neuen City Hall zum Deoksugung, einer der fünf Palast-Komplexe in Seoul aus der Joseon-Zeit.
Seoul City HallsDeoksugung PalastTor zum Deoksugung Palast mit roter Herbstfärbung
Dann ging es weiter in Richtung Norden an großen modernen Hochhäusern und riesigen Einkaufszentren vorbei (zum großen Teil noch geschlossen, da Sonntagmorgen) zum Sejong-ro Park mit Blick auf den Berg Bukhansan. Die große Statue stellt König Sejon dar, der im 15. Jahrhundert das koreanische „Alphabet“ entwickelte/entwickeln ließ, damit die Koreaner sich nicht mit den komplizierten chinesischen Schriftzeichen abmühen mußten.
Sejong-ro Park mit König Sejon und Bergen im Hintergrund
Kurz dahinter befindet sich der Eingang zum großen Gyeongbokgung Palast. Hier bin ich aber nicht weiter hineingegangen, denn ich wollte noch ein bißchen mehr von der Stadt sehen als Kaiserpaläste.
Tor zum Gyeongbokgung Palast
Zum Beispiel diesen kleinen Tempel hier mit seiner Ansammlung von Drachen/Löwen/Hunden oder was immer diese niedlichen Tierchen darstellen sollen, die auch auf den Palastgeländen oder auch einfach so in der Stadt häufig anzutreffen waren.
The 40th Anniversary Monument of Gojong’s Enthronement (1902)
Weiter ging es nach Bukchon Hanok, einem kleinen Viertel in Seoul, in dem versucht wurde, die alten koreanischen Häuser zu erhalten. Die Häuser sind auch noch bewohnt, allerdings haben sich in den Hauptstraßen viele Läden angesiedelt, die den stetig steigenden Touristenstrom bedienen.
Bukchon Hanok
Auch an einem buddhistischen Tempel mitten in der Stadt kam ich vorbei:
Jogyesa Tempel – Zentrum des Zen Buddhismus in Korea
Danach ließ ich mich von einem Taxi ins Hotel zurückfahren, um kurz darauf den Namsam Hill zu besteigen befahren. Eigentlich wollte ich zum Sonnenuntergang auf dem Hügel sein und bin extra eine Stunde früher losgegangen.
Namsam Hill – Talstation
Dummerweise war ich nicht die Einzige mit dieser Idee, sodaß ich erst bei völliger Dunkelheit oben ankam.
Namsam Hill – N Seoul Tower
Das Besteigen des Turms habe ich mir dann auch gespart; der Ausblick war auch so schon sehr schön.
Namsam Hill – Blick auf die Stadt
Wieder unten angekommen, bin ich nochmal kurz auf den Namdaemun Markt gegangen, um eine Kleinigkeit zu essen:
Imbiss-Stand mit freier Auswahl auf dem Namdaemun Markt
Eigentlich war der „offizielle“ Teil meines Südkorea-Aufenthalts beendet, aber da bot sich das Wochenende an, noch ein kleines bißchen mehr von diesem Land zu entdecken. So bin ich am nächsten Morgen (Samstag) nicht direkt zum Flughafen gefahren, sondern nach Seoul, um dort das Wochenende zu verbringen. Leider waren die schönen Sonnentage vorbei und es regnete sogar gelegentlich.
Da es eine Direktverbindung von Suwon nach Seoul gibt, hatte ich beschlossen, mit dem Zug zu fahren.
Zugfahren ist in Südkorea relativ unkompliziert: Die Damen an den Schaltern sprechen ein wenig Englisch, die Anzeigen schalten zwischen koreanischer und lateinischer Schrift um, die Züge sind so modern wie bei uns auch. (Gut, ich weiß jetzt natürlich nicht, wie es auf dem Land aussieht, denn ich bin ja nur von Großstadt zu Großstadt und später zum Flughafen gefahren.)
Bahnhof von Suwon
Beim Warten auf den Zug habe ich übrigens meiner neuen Getränke-Leidenschaft gefrönt:
Green Tea Latte
Da kommt er endlich:
Der Zug fährt ein
Nach etwas mehr als einer halben Stunde gemütlicher Zugfahrt:
Der Bahnhofsvorplatz in Seoul – Seoul ist wohl doch ein bißchen größer als Suwon….
Das Hotelzimmer in Seoul war jetzt nicht ganz so toll wie in Suwon, aber es war sehr sauber, hatte alles „Notwendige“ (neben Bett einen Riesen-Fernseher, Kühlschrank, Mini-Bad und sogar einen PC) und für zwei Tage auch völlig ausreichend. Und der Ausblick war auch ganz nett:
Erster Blick aus dem Fenster auf den N Seoul Tower
Da es schon gegen Nachmittag war, habe ich mich gleich aufgemacht, die Nachbarschaft zu erkunden:
In der Nähe des Seoul City Hotels
Kurz darauf bin ich dann auf dem Naemdaemun Markt gelandet:
Namdaemun Market – der Anfang
Als Erstes gab es eine kleine Stärkung, typisches Street-Food, die wohl durch ihren Reismehl-Gehalt für kleines Geld sehr sättigend ist, mir aber dann doch zuviel wurde, da ich schließlich auch noch andere Sachen probieren wollte:
Tteokbokki – Reis- und Fischpaste mit Chili
So stromerte ich über den Markt, besuchte kleine Läden mit Schreib- und Spielwaren oder Haushaltszubehör wie Kimchi-Behälter (alte Tonkrüge oder moderne Plastikboxen für den Kühlschrank) oder gemusterter Noppenfolie für die Fenster-Isolierung im Winter, bestaunte die ersten weihnachtlichen Deko-Läden mit kontinuierlicher „Feliz Navidad“- Beschallung, futterte hier einen frittierten Fischpasten-Spieß, dort einen gefüllten Hefekloß, amüsierte mich über Verkaufsstände mit Socken, Perücken, Ginseng-Wurzeln in Alkohol, Hello-Kitty-Reis-Ausstechern und vielem mehr.
Auch eins meiner neuen Lieblingsgetränke: Yujacha – ein Aufguß aus in Honig eingelegten Streifchen der Schale der Yuja-Zitrone (Citrus×junos, im japanischen auch Yuzu-Zitrone genannt). Diese Zitrone ist extrem aromatisch, meiner Meinung nach eine Verbindung aus Zitrone und Clementine und Bitterorange.
Yujacha – Zitronentee mit Honig im Straßenverkauf
Die andere Seite des Marktes wird durch das Namdaemun Gate begrenzt:
Eigentlich wollte ich das folgende Rezept zusammen mit Nudeln und Kürbisstücken servieren und photographieren. Jetzt ist mir leider die Zeit davongelaufen und deshalb gibt es das Kürbiskernpesto für das Garten-Koch-Event „Kürbiskerne“ eben solo:
Kürbiskern-Pesto
Quellenangabe:
Erfaßt 28.11.2014 von Sus
Kategorien:
Sauce, Pesto, Kürbis, Basilikum
Mengenangaben für:
1 Rezept
Zutaten:
100
g
Steirische Kürbiskerne
50
ml
Steirisches Kürbiskernöl
1
Teelöffel
Salz
25
g
Basilikum
1
Prise
Chili
Sonnenblumenöl
Zubereitung:
Kürbiskerne im „Universalzerkleinerer“ des Stabmixers sehr fein zerhacken. Salz und gehacktes Basilikum zugeben. Nach und nach das Kürbiskernöl eintröpfeln lassen, bis bei wiederholtem Mixen eine sämige Paste entsteht. Mit Chili abschmecken.
In saubere Gläser füllen und mit Sonnenblumenöl abdecken. Im Kühlschrank aufbewahren und bald verbrauchen.
Hier sieht man noch ein paar Feuerahorn-Bäume, die um diese Jahreszeit (bzw. ein paar Wochen eher als Mitte November) ganz Korea zu einem Naturschauspiel werden lassen.
Bunt gefärbte Ahornbäume
Dieser Buddha wacht über Suwon:
Buddha-Statue über Suwon
… und hat dabei die folgende Aussicht:
Blick auf Suwon
Danach war Palastbesichtigung angesagt:
Der Hwaseong Haenggung war ein Palast, der Mitte des 18. Jahrhundert errichtet wurde, zuerst als eine Art „Zweitwohnsitz“, sollte aber später ausgebaut werden, wenn die Stadt Hwaseon (später: Suwon) zur Hauptstadt erklärt werden würde. Doch dazu kam es nie.
Typische DachreiterHübsche EckeDrache, Löwe oder Hund – wer weiß das schon so genau?Koreanische Sonnenuhr
Diese Sonnenuhr wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden, um auf einfache Weise auf größeren Plätzen der Bevölkerung Uhren zur Verfügung zu stellen. Richtig justiert, kann an ihr Datum und Uhrzeit abgelesen werden.
Danach wanderte ich mehr oder weniger ziellos durch die Innenstadt.
Straßenverkäufer mit Ginseng, Kastanien und chinesischen DattelnPaldalmun Gate – Erhaltenes StadttorMarkt
Markt = Feste Läden + Fliegende Händler mit allem, was der Mensch so braucht…
Hinter dem Markt
Ein paar Snacks zwischendurch:
Odeng
Fischpüree mit Teig vemengt, als Pfannkuchen in Streifen geschnitten und in deftiger Brühe ziehen lassen.
Bungeoppang
Fische aus Waffelteig mit roter Bohnenpaste – ein Winter-Snack
Der nächste Tag (Donnerstag) war mit Arbeit ausgefüllt, bei der auch keine Kameras erlaubt waren. Deshalb auch nur ein paar Bilder von der Fahrt:
Hinweg
Rückweg
Abends wurde in großer Kollegen-Runde gespeist. Da es etwas zu feiern gab, besuchten wir ein Restaurant, welches sich auf frischen, rohen Fisch (Saengseon hoe) spezialisiert hatte.
Fisch-Restaurant in Suwon
Die Fische sind in Aquarien vor dem Restaurant untergebracht. Es kommt auch vor, daß sich der Gast seinen Fisch explizit aussucht.
Aufgetischt:
Roher Fisch und Meeresfrüchte und Beilagen
Hier kommt etwas Ungewöhnliches:
Bbeondegi – gekochte und marinierte Seidenraupen
Davon hatte ich schon gelesen und war eigentlich ganz froh, es hier serviert zu bekommen. Auf den Straßen bekommt man die Seidenraupen zwar auch angeboten, aber gleich eine ziemlich große Tüte voll. Da hätte ich mich wegen der Menge wahrscheinlich nicht getraut, welche zu kaufen. Fazit: Naja, kann man essen, haben mir jetzt aber nicht so toll geschmeckt.
Die haben auch nicht gefehlt:
Frische koreanische Austern
Netterweise meinten die südkoreanischen Kollegen, mir einen Streich spielen zu müssen, und bestellten Sannakji:
Roher Oktopus, der noch nicht gemerkt hat, daß er eigentlich schon tot ist
Glücklicherweise hatte ich davon bereits gelesen. Dadurch blieb der von allen anderen erwartete Aufschrei meinerseits aus. Pech gehabt.
Die ‚Gefahr‘ dabei, die dieses Gericht zu den angeblich gefährlichsten Speisen der Welt macht, besteht darin, daß sich die Tentakel mit ihren Saugnäpfen noch überall festklammern; wenn man Pech hat, eben im Mund oder im Rachen.
Nachtrag: Wer sich ein bißchen gruseln möchte, schaue sich diesen Beitrag an.
Und als wir eigentlich schon alle satt waren, gab’s noch eine große Schüssel Fischsuppe:
Scharfe Suppe mit diversen Fischstücken und Gemüsen
Nach reichlich Bier und Soju wankten wir mehr oder weniger heftig in unsere Betten.
In der letzten Zeit war hier im Blog unfreiwilligerweise etwas Funkstille. Zum Einen war ich krank und zum Anderen habe ich letzte Woche (endlich – nach diversen Anlaufschwierigkeiten) aus beruflichen Gründen ein paar Tage in Südkorea verbracht.
Der Hinflug am Dienstag war grauenvoll, was aber definitiv nicht an der Fluggesellschaft lag, sondern an meinen Sitznachbarn, der Länge des Fluges (normal gut zehn Stunden, diesmal eher elf Stunden, da momentan nicht über Nordkorea geflogen wird) und an meinem heftigen Schnupfen. Schnupfen und Fliegen verträgt sich nicht!
Die ersten Tage verbrachte ich in Suwon, einer Stadt südlich von Seoul. Mit dem Überlandbus ging es vom Flughafen netterweise bis direkt vor’s Hotel. Das Zimmer war schön groß und hatte einen wunderbaren Ausblick:
Blick aus dem Fenster bei TagBlick aus dem Fenster bei Nacht
Gleich neben dem Hotel war eine klassisch inspirierte Fußgängerbrücke (bei einer zehnspurigen Straße auch irgendwie … lebensnotwendig), über die man durch einen kleinen Park ins Restaurantviertel gelangte.
Fußgängerbrücke mit Pagoden und ParkBunt beleuchtete Restaurants und Läden
Hier habe ich auch meine erste Diagonalkreuzung in echt erlebt:
… und bin natürlich auch drüber gegangen…
Zum Abendessen gab es Bulgogi, das sog. koreanische BBQ:
Mariniertes Rindfleisch auf der heißen Platte gegrillt mit diversen Beilagen