Ich hab’s schon wieder …

… geschafft! Und zwar die verschiedenen Zutaten der Metro Kochherausforderung Frühling 2014 unter einen Hut bzw. in einem Menü unterzubringen.

Dieses Mal gab es ein Paket mit der Maßgabe, die Zutaten möglichst am selben Tag zuzubereiten. Nun, das hat bei mir leider doch nicht geklappt, deshalb wanderten die Forellen für knapp zwei Tage in den Gefrierschrank. Dafür hatte ich etwas mehr Zeit, mir etwas auszudenken.

Die Zutaten:

MetroKochherausforderung2014_1.jpg

  • 2 ausgewachsene Bio-Forellen (sogar mit Knopf im Ohr!)
  • 2 große Artischocken
  • Nudeln ‚Calamarata‘ (große, kurze Röhrennudeln)
  • Getrocknete Wachtelbohnen
  • Serranoschinken
  • Tortas de Aceite mit Rosmarin
  • Salz-Karamell-Schokolade
  • Earl-Grey-Tee
  • 1 Flasche Riesling aus Rüdesheim

Äh, ja. Nach einigem Überlegen stand als erstes fest, daß ich die Forellen mit dem Tee zusammen räuchern wollte. Das klang spannend, aber erfolgversprechend. So, jetzt zu den Artischocken: Nudeln mit Artischocken, Bohnen mit Artischocken, entweder/oder als Salat mit Artischocken. Irgendwie nicht so toll, fand ich. Artischocken mit Schokolade? Ach nee, lieber nicht. Dann kam ich auf die Idee, für eine schöne Vorspeise die Artischockenblätter zu dippen. Ja, aber worin? In Tee? In Wein? Da kam mir die Idee eines Dips aus Bohnenpüree. Irgendwie ist das dann bis zur Fertigstellung zu gefüllten Artischocken mutiert, aber das Grundprinzip war da.

So, da fehlte noch das Dessert. Einigermaßen passend schien mir dafür, die Nudeln mit der Schokolade zu verarbeiten.

Und damit stand das Menü:

Es hat mal wieder Spaß gemacht.


Artischocken mit Bohnen?

Irgendwie hat sich die endgültige Version dieses Rezeptes erst bei der Herstellung ergeben. Z.B. ergab sich die Idee des Bohnenmuses erst beim Kochen und Probieren der Bohnen. Aber das Resultat war echt genial:

ArtischockeMitBohnenmus.jpg

Artischocken – mit Bohnencreme gefüllt

Quellenangabe: Erfaßt 07.04.14 von Sus
Kategorien: Artischocke, Bohne, Vorspeise, Dip
Mengenangaben für: 4 Portionen

Zutaten:

Bohnenmus:
300 g Wachtelbohnen; getrocknet
1 Zitrone; geriebene Schale und Saft
1 Knoblauchzehe
3 Teelöffel Zitronenthymian; fein gemahlen
10-15 Tropfen Dunkles Sesamöl
Salz
Weißer Pfeffer; fein gemahlen
3 Prise Pimentón de la Vera picante
Artischocken:
4 Artischocken
1 Zitrone; Saft
1 Eßlöffel Weißwein
Sonstiges:
6 Scheibe Roher Serrano-Schinken
4 Scheibe Tortas de Aceite mit Rosmarin

Zubereitung:

Bohnenmus: Getrocknete Bohnen mit reichlich Wasser über Nacht einweichen. Wenn man gegen Blähungen empfindlich ist, Wasser wegschütten, andernfalls als Kochwasser wiederverwenden. Die Bohnen nun solange kochen lassen, bis sie weich sind. Laut Anleitung auf der Verpackung sollte dies ca. 60-90 Minuten dauern. Erstaunlicherweise waren die Bohnen bei mir nach 45 Minuten schon so weich, daß sie fast zerfallen wären.

Die Bohnen portionsweise durch ein Sieb passieren, um die Haut zu entfernen. (Wen die etwas gröbere Struktur nicht stört, gibt die Bohnen einfach in einen Mixer oder benutzt einen Pürierstab.)

Die Bohnencreme mit gepresstem Knoblauch, Salz, Pfeffer, fein zerriebenem Zitronenthymian, Zitronensaft und -schale und Pimenton abschmecken.

Artischocken: Zitrone auspressen und den Saft in eine Schüssel mit Wasser geben, die groß genug für ca. die Hälfte der Artischocken ist.

Von den Artischocken die äußersten Blätter entfernen und die Stiele abtrennen, indem man die Artischocken an eine Tischkante legt und den Stiel leicht drehend nach unten drückt.

Mit einem scharfen Messer erst die obere Hälfte der Blüten ab- und dann das Blüteninnere herausschneiden. Die Blüte im Zitronenwasser schwenken. Mit einem Löffel oder einem Kugelausstecher (auf jeden Fall etwas mit einer scharfen Kante!) das sog. Heu aus der Artischocke kratzen. Dabei immer mal wieder im Zitronenwasser schwenken. Während die ersten Artischocken im Zitronenwasser baden, mit den anderen ebenso verfahren.

In einem passenden Topf mit etwas Salzwasser und einem Schuß Wein (oder Zitronensaft) in ca. 20-30 Minuten gar kochen. Das ist leicht daran festzustellen, daß sich ein Blütenblatt leicht abzupfen läßt.

Den Schinken in lange Streifen schneiden und nebeneinander gelegt auf einem Teller mit einem Stück Küchenpapier in der Mikrowelle in ca. 2 Minuten knusprig braten. (Dabei die Mikrowelle ein- bis zweimal öffnen, damit der Dampf entweichen kann.)

Die abgetropften Artischockenböden jeweils auf eine Scheibe Torta de Aceite legen und vorsichtig mit Bohnencreme füllen. Mit Schinkenstreifen und Zitronenabrieb verzieren, etwas Grünzeug aus dem Garten dazugeben (hier: Knoblauchrauke) und servieren.

Anmerkung:

Ich hatte zuerst ein paar Artischockenblätter zuviel von den Blüten gezupft – diese habe ich nach der halben Kochzeit ebenfalls mit in das Kochwasser gegeben und wir haben sie am nächsten Tag ins Bohnenmus gedippt und abgeknabbert.


Geräucherte Forellen

„Und, was hast Du so letzten Sonntag gemacht?“
„Ich habe meine Forellen gefönt.“
Wer jetzt denkt, ich hätte einen an der Klatsche, hat ja vielleicht recht sollte erst einmal weiterlesen.

Die wirklich frischen Prachtkerle von Forellen hatte ich ja leider für zwei Tage nach Sibirien verbannen müssen.

In der Lake durften sie dann 12 Stunden lang vor sich hin tauen…

ForelleGeraeuchertInLake.jpg

Bis sie dann im Räucherofen landeten:

ForelleGeraeuchertVorher.jpg

Ca. zwanzig Minuten später:

ForelleGeraeuchertNachher.jpg

Auf dem Teller:

ForelleGeraeuchertMitSpargel.jpg

Geräucherte Forellen

Quellenangabe: Erfaßt 07.04.2014 von Sus
Kategorien: Fisch, Forelle, Räuchern
Mengenangaben für: 4 Portionen

Zutaten:

2 große Bio-Forellen
Sud:
1 Teebeutel Earl Grey
2 Lorbeerblätter; in Teile zerbrochen
3 Wacholderbeeren; zerdrückt
2 Nelken; zerdrückt
1/2 Teelöffel Thymian; zerrieben
Pfeffer
Piment
viel Salz
Wasser
Räuchern:
1 Teebeutel Earl Grey
2-3 Eßlöffel Buchen- und Kirschbaumspäne

Zubereitung:

In einem Liter Wasser die Gewürze bis auf das Salz kurz aufkochen und dann wieder abkühlen lassen. Die Menge Wasser abmessen, die benötigt wird, um die Forellen vollständig einzulegen. Davon einen Liter wieder abgießen. Je nachdem, wie lange die Forellen eingelegt werden soll, wird in das restliche Wasser Salz gegeben. Bei 12 Stunden Ziehdauer sind es ca. 60 g Salz pro Liter, bei 6 Stunden die doppelte Menge. Das Salz gut verrühren, bis kein Bodensatz mehr vorhanden ist. Den mittlerweile abgekühlten Sud zur Salzlauge geben, dabei den Teebeutel entfernen. Die Forellen vorsichtig hineinlegen, ggf. mit einem Topfdeckel beschweren, damit sie vollständig von der Flüssigkeit bedeckt sind. Im Kühlschrank ziehen lassen. (Das geht übrigens auch mti gefrorenen Forellen.)

Die Forellen aus der Lake nehmen und vorsichtig abwaschen und trocken tupfen. Normalerweise müßten sie jetzt noch einige Zeit aufgehängt trocknen. Dieser Vorgang läßt sich beschleunigen, indem man die Forellen im Backofen bei Umluft bei 30 °C ca. 30 Minuten backen läßt, bis die Haut trocken ist und sich ein bißchen wie Papier oder Pergament anfühlt. Wem dies auch noch zu lange dauert, nimmt einen Fön zu Hilfe. (Funktioniert meiner Meinung nach am Besten!) Wenn die Forellen richtig trocken sind (auch in der Bauchhöhle), kann man mit dem Räuchern beginnen.

Bei einem kleinen Tischräucherofen (Anglerbedarf) Buchenspäne und ca. 3/4 des Teebeutels auf den Boden geben, den Tropfschutz darüberlegen und die Forellen mittig auf das Gitter legen. Die Brenner mit Spiritus füllen und den Kasten daraufstellen. Den Deckel schließen, aber den Abzug so lange offen lassen, bis Rauch aufsteigt. Den Abzug schließen und die Forellen ca. 20-25 Minuten räuchern. Sie sind gar, wenn sich die Rückenflosse leicht ablösen läßt.

Dazu gab’s den ersten Spargel der Saison und junge Kartoffeln (und die gleiche Grünzeug-Deko wie bei der Vorspeise).


Nudel-dickes Dessert

Mit dem Nachtisch bzw. der passenden Verwendung der Nudeln habe ich mich ein bißchen schwergetan. Ich wußte nicht so genau, ob ich die Nudeln besser vorher weich koche, aber dann wäre das Füllen schwieriger geworden. Zuerst füllen und dann im Wasser- oder Saftbad im Backofen weichkochen – kam mir riskant vor. So habe ich einen Mittelweg gewählt: zuerst fast weich kochen, füllen und dann den Backofen den Rest erledigen lassen.

Die Schokolade haben wir natürlich vorher probiert. Trotz der bunten Verpackung und der vollmundigen Versprechung „Like a salted kiss“ war der Geschmack doch eher verhalten, eher so ein „Hauch auf die Wange“. Deshalb gab’s noch ein paar Salzkrümel zusätzlich dazu. Und beim Schmelzen hat sie sich natürlich nicht wie normale Schokolade verhalten (aber dafür wurde sie zugegebenermaßen ja auch nicht hergestellt), deshalb sieht die Verzierung leider ein bißchen gröber aus als geplant.

Wie man auf dem Photo sieht, war es mittlerweile schon recht dunkel…

PfirsichMascarponeNudeln.jpg

Pfirsich-Mascarpone-Nudeln

Quellenangabe: Erfaßt 09.04.2014 von Sus
Kategorien: Dessert, Nudeln, Pfirsich, Schokolade
Mengenangaben für: 4 Portionen

Zutaten:

200 g Nudeln „Calamarata“
250 g Mascarpone
100 ml Sahne
250 g Pfirsiche (aus der Dose)
100 g Schokolade mit Salz- Karamellfüllung
1 Prise Mittelgrobes Meersalz

Zubereitung:

Nudeln in Wasser und der Abtropfflüssigkeit des Pfirsichfleischs nicht ganz ‚al dente‘ kochen. Pro Portion die Nudeln senkrecht in eine kleine Auflaufform stellen.

Backofen auf 150 °C vorheizen. Pfirsiche mit Mascarpone und Sahne pürieren und mit einem Löffel in die Nudeln füllen. Für ca. 15 Minuten in den Backofen stellen.

Zwischenzeitlich die Schokolade im Wasserbad schmelzen und zum Servieren die Nudeln damit verzieren. Mit Salz bestreuen.