Eine Quittengeschichte …

Dieses Jahr hat sich unser Quittenbäumchen mal wieder selber übertroffen:

Quittenbaum2010.jpg

Über 200 Quitten!!! (Ehrlich! Nachgezählt!!) Zwar sind die meisten dadurch etwas kleiner als voriges Jahr und durch den verregneten August auch noch nicht 100-prozentig reif, aber sie werden gerade mehr gelb als grün, also eigentlich genau richtig.

Bloß, was tun mit 200 Quitten? 100 Kilo Quittenpaste? 23 versunkene Quittenkuchen? Ca. 170 Portionen Leber mit Quitten? Och Nö!

Mehr oder wenig zufällig habe ich im Frühjahr auf einer Pflanzenbörse eine kleine 6-Liter-Hand-Saftpresse günstig erworben – die wollte ich natürlich ausprobieren. Bloß, wie bekomme ich die Quitten soweit geschreddert, daß ich sie ordentlich auspressen kann?

Da fiel mir letzte Woche ein großes Plakat unserer Gemeinde ins Auge: Kelterfest im Museum Griesheim. Hmm, Keltern? Die könnten doch vielleicht mal schnell …

QuittenSaft2010Vorher.jpgSamstag Nachmittag sind wir hin und haben nachgefragt. Resultat: „Ja natürlich, kommt vorbei, am Besten morgen früh, da ist noch nicht soviel los.“ Okaaay! Ab nach Hause und fast alle Quitten gepflückt (dabei jede einzelne noch abgerieben, damit der typische Flaum entfernt wird). Die schönsten zweieinhalb Dutzend Quitten haben wir am Baum gelassen, deshalb kamen zur Saftbereitung ganze 172 Quitten (= 23 kg) zusammen.

Am Sonntag Morgen war es dann soweit: Gleich nach der Ankunft wurden uns die Quitten mir-nichts-Dir-nichts entführt und in Sekundenschnelle zu Mus zerschreddert.

Als ich das dann mit der Bemerkung „Den Rest mache ich dann mit meiner kleinen Presse zuhause.“ einsammeln wollte, wurde mir der Behälter wiederum aus der Hand gerissen: „Da hinten haben wir eine passende Presse, das haben wir gleich…“ „Äh, wie? Was? Aber nicht doch …“ Schneller als wir protestieren konnten, war das Mus in der Presse, die Holzbalken zusammengesetzt und der erste Saft im Eimer. Schneller als ich photographieren konnte, waren meine Quitten ausgepresst und in 2 Kanistern à 5 Liter (plus einem halben Liter zum Direktverkosten) abgefüllt. Wow!

 
Nach einem kleinen Erfahrungsaustausch über Quitten Schwätzchen und etwas Bewunderung der Profis war schon alles vorbei: QuittenSaft2010Nachher.jpg

Wieder zuhause landeten zwei Liter Saft gleich als Quitten-Sorbet im Tiefkühler (mehr Platz habe ich leider gerade nicht …), drei Liter versuche ich mal zu Wein werden zu lassen und den Rest werden wir wohl in den nächsten Tagen trinken.

Aus 2 kg Trester habe ich (unter Zuhilfenahme eines Pürierstabs/kräftigen Mixers zuerst noch feiner zerkleinert) klassische Quittenpaste bereitet und aus noch einmal 2 Liter Volumen Quittentrester plus 2 Liter Wodka und Kandiszucker einen Quittenlikör-Ansatz aufgesetzt.

What else? Hat noch jemand eine geniale Idee für Saft oder Trester?


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9 Gedanken zu „Eine Quittengeschichte …“

  1. Huäääähhhhhhh! Schnief!!!!! Heul!!!!

    Ich gratuliere dir, bin aber total neidisch, weil unser Quittenbaum KEINE EINZIGE QUITTE hervorgebracht hat. Nochmal HUÄÄÄHH!!!

    Ich glaube, ich hatte dir schon mal das Buch von Frau Monika Schirmer empfohlen. Das ist wirklich die Bibel der Quittenzubereitungen. Dort steht unter anderem: Die Schalen, Kerngehäuse, Kerne etc. trocknen und zu Tee verwenden // Die Schalen usw. auskochen, Sud bzw. Sirup daraus herstellen und weiterverabeiten zu Gelee oder Quittensenf.

    Du kannst die Reste aber auch kalt ansetzen und die Flüssigkeit dann als Klebstoff oder Haarfestiger verwenden *ggg*

    Es gibt auch noch ein Mus aus Abfällen und Äpfeln, Sirup, Essig, Likör, Wein, Tee, Schnaps… es ist der Wahnsinn, was hier alles zu finden ist. Ich rate dringend zur Anschaffung. Aber ich schicke dir natürlich auch Rezepte, falls du dir das Buch nicht zulegen möchtest.

    Huäääähhhh!!!!

    1. Brauchst Du noch welche?

      Das Buch von Frau Schirmer ist i.M. nicht lieferbar, das von Rosenblatt und Christandl habe ich und auf das Buch von Frau Diewald warte ich seit zwei Jahren …

      Die Idee mit dem Klebstoff ist gut, die Pampe schleimt so schön 🙂

      Essig ist noch eine Idee …

      Liebe Grüße, Sus

    1. Quitten-Gelee und -Marmelade habe ich noch gläserweise im Keller stehen, von letztem und vorletztem Jahr. Der Quittensenf klingt sehr lecker, aber den muss ich alleine essen, da reicht wohl eine Quitte.

      Liebe Grüße, Sus

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