Schließen von Wissenslücken…

Den letzten Spargel für diese Saison habe ich noch schnell am Wochenende ergattert. Mein regulärer Spargelbauer hatte schon letzte Woche die gepackten Koffer vor dem geschlossenen Hoftor stehen, deshalb musste ich drei Straßen weiter suchen und habe leider nicht mehr die von uns so geliebten super-dicken Stangen bekommen.

Der Liebste wünschte sich Pfannkuchen zum Spargel. Das hatten wir zwar schon mal, ist aber lange her. Beim Internet-Ideen-Suchen stieß ich bei Robert, Petra und Jutta auf einen Begriff, der mir rein gar nichts sagte: Kratzete.

Kratzete ist die badische/schwäbische Bezeichnung für einen Schmarr’n und das ist wiederum die Bezeichnung für einen Pfannkuchen, der beim Backen in der Pfanne in Stücke gerissen wird.

Ob nun ein Pfannkuchen im Ganzen oder in kleinen Fetzen auf den Teller kommt, war mir jetzt eher egal. SmileyGrinsStatic.gif Der Liebste kannte den Begriff übrigens auch nicht, obwohl er offiziell zu den (Nord-)Badenern gehört.

SpargelMitDinkelKratzete.jpg

Spargel mit Dinkel-Kräuter-Kratzete

Quellenangabe: Erfaßt 25.06.2012 von Sus
Kategorien: Spargel, Ei, Pfannkuchen
Mengenangaben für: 4 Portionen

Zutaten:

1 kg Spargel
Kratzete:
150 g Dinkel-Vollkornmehl
50 g Stärke
2 Eier
170 ml Milch
30 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
1 Teelöffel Speiseöl
Salz, Pfeffer
100 g Speckstreifen
2 Handvoll Gemischte Garten- (Un-)kräuter (hier: Zitronenmelisse, Melde, Borretsch, Basilikum, Petersilie); in feinen Streifen
50 g Crème fraîche

Zubereitung:

Die Zutaten für den Pfannkuchenteig (ohne Kräuter) in der Küchenmaschine 5-10 Minuten zu einem luftigen Teig schlagen, ca. 30 Minuten mit einer Folie über der Schüssel ruhen lassen.

Spargel schälen und in Salzwasser kochen.

In einer beschichteten Bratpfanne den Speck knusprig anbraten, mit den Kräutern zu dem Pfannkuchenteig geben. Mineralwasser leicht unterrühren.

Etwas Butter in der Pfanne schmelzen lassen, mit dem Teig Pfannkuchen ausbacken, gegen Ende, wenn sie angebräunt sind, die Pfannkuchen mit Holzlöffeln in kleine Stücke zerreissen. Warmstellen.

Abgetropften Spargel mit Kratzete und einem Klacks Crème fraîche servieren.

Anmerkung:

– Die Pfannkuchenstücke sehen übrigens deshalb so dunkel aus, weil der Teig aus Dinkel-Vollkornmehl besteht.


Manchmal…

… gibt es kein Rezept und funktioniert trotzdem:

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Vor ein paar Wochen habe ich nach dem Backen dieses Brotes mir einen Teil Sauerteig übrigbehalten, der dann im Kühlschrank vor sich hin dümpelte.

Letzten Freitag habe ich dann angefangen, diesen Ansatz aufzuwärmen und zu füttern. Ein bißchen Wasser, ein bißchen (Dinkel-)Mehl. Nachdem er anfing, fröhlich vor sich hin zu blubbern, gab es noch ein bißchen Wasser und noch ein bißchen Mehl. Das Ganze durfte dann über Nacht in einer abgedeckten Schüssel vor sich hin gehen.

Am nächsten Tag habe ich diesen Vorteig genommen und viel Wasser und noch mehr Mehl dazugegeben, auch noch etwas Salz dazu. Den Teig habe ich dann mit einem Kochlöffel und den Händen kräftig umgerührt und geknetet und etwas ruhen lassen.

DinkelSauerteigBrot2.jpgBeim nächsten Kneten/Falten (so nach einer Stunde oder so), diesmal nur mit den Händen auf der Arbeitsplatte, war mir der Teig zu fest, deshalb gab es noch ein kleines bißchen Wasser und nur Mehl für die Finger.

Danach habe ich einen Fehler gemacht, denn ich habe den Teig zu lange in der Schüssel ruhen lassen. Als ihn herausnehmen wollte, um ihn in den bemehlten Gärkorb zu legen, war er schon wunderbar aufgegangen. Beim Transfer war er dadurch ziemlich klebrig und ist deutlich zusammengesackt. Ich hatte dann auch nicht mehr genügend Zeit, ihn noch lang genug neu gehen zu lassen, deshalb kam er nach einer weiteren knappen Stunde in den Backofen (vorgeheizt auf 240 °C plus einem Schüsselchen Wasser). Dort hat das Brot ca. 45 Minuten gebraucht, um fertig zu werden. Das Brötchen, welches sich aus den Teigresten am Schüsselrand ergab, war schon nach einer halben Stunde soweit.

Aber wie man sieht: Beim Backen ist der Teig noch aufgegangen und das Brot sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder?