Sich einen Wolf leiern …

Letzten Samstag habe ich auf dem Dieburger Flohmarkt einen Fund gemacht, auf den ich schon sehr lange gewartet habe: Eine funkelnagelneue manuelle Saftpresse wie aus Großmutters Zeiten. Dumm nur, daß das Teil so schwer ist und ich es am Anfang des Flohmarkts gekauft habe. Gegen Ende waren meine Arme so um ein bis zwei Zentimeter länger.

Da unser Maulbeerbaum mal wieder übervoll mit Früchten hängt, die beim leisesten Windhauch (oder Amselhüpfen) herunterfallen, habe ich die Saftpresse gestern gleich ausprobiert. Funktioniert einwandfrei!

MaulbeerenEntsaften2011.jpg

Und jetzt?

Nach etwas Suchen bin ich bei Bethany von Dirty Kitchen Secrets aus dem Libanon fündig geworden: Sie beschreibt mit vielen Bildern, wie man Sharab El Toot bzw. Maulbeersirup zubereitet.

Sharab El Toot – Maulbeersirup

Quellenangabe: Vom Dirty Kitchen Secrets abgeguckt und erfaßt 02.06.2011 von Sus
Kategorien: Sirup, Maulbeere
Mengenangaben für: 800 ml Sirup und 200 g Marmelade

Zutaten:

800 g Dunkle Maulbeeren
800 g Zucker
100 g Maulbeerbrei
100 g Zucker
4 g Gelierpulver 1:1
Eiskaltes Mineralwasser
Zitronensaft

Zubereitung:

Die Maulbeeren waschen und verlesen. Wie oben im Bild entsaften – der Trester, der vorne herausgedrückt wird, kann in dem Kompost.

Den aufgefangenen, sehr dicklichen Saft durch ein Tuch laufen lassen, den dabei entstehenden breiigen Rest in einen Topf geben.

Für den Sirup den Saft abwiegen und in einem anderen Topf mit der doppelten Menge Zucker mischen. Aufkochen lassen und einige Zeit unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit reduziert hat. Den entstehenden Schaum regelmäßig abschöpfen und zum Maulbeerbrei für die Marmelade geben.

Im Original wird der Sirup erst nach dem Abkühlen abgefüllt; ich habe gleich die heiße Flüssigkeit in Flaschen gefüllt.

Den Maulbeerbrei mit der gleichen Menge Zucker vermischen. Entsprechende Menge Gelierpulver mit einem Eßlöffel Zucker mischen und die Marmelade nach Gebrauchsanweisung des Gelierzuckers kochen. Nach erfolgreicher Gelierprobe in die vorbereiteten Gläser füllen, diese verschließen und kurz auf den Kopf stellen.

Zum Servieren etwas Maulbeersirup in ein Glas geben, kaltes Mineralwasser und ggf. Eiswürfel dazugeben und mit ein paar Spritzer Zitronensaft abschmecken. Die Marmelade wird natürlich auf’s Brötchen geschmiert.

MaulbeerFrucht2011.jpg MaulbeerGeleeUndSirup.jpg
Vorher Nachher

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5 Gedanken zu „Sich einen Wolf leiern …“

    1. Doch, die wachsen hier recht gut. Im Nachbarort gibt es sogar eine ganze Maulbeerallee. Maulbeerbäume wurden in den 30ern des letzten Jahrhunderts vermehrt in Deutschland angepflanzt, weil man mit der Seidenraupenzucht eigene Fallschirmseide bekommen wollte. Rund um Frankfurt sollen auch noch früher schon Maulbeerbäume gepflanzt worden sein. Nun gut, das Rhein-Main-Gebiet ist auch eines der wärmeren Gebiete Deutschlands.

      Liebe Grüße, Sus

    1. Genau. Oben in den Trichter kommt das Obst rein und wird wie beim Fleischwolf durch die Spindel nach vorne gedrückt. Dort, wo beim Fleischwolf das Sieb ist, ist hier eine kleine Öffnung, die mit einer Schraube unterschiedlich stark verschlossen werden kann. Je kleiner die Öffnung, desto mehr Saft wird durch den sich aufbauenden Druck aus der Masse herausgedrückt und fließt durch den Abfluss an der Unterseite heraus. Der Rest wird dann relativ trocken durch diese kleine Öffnung herausgedrückt.

      Liebe Grüße, Sus

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