Um eine Erfahrung reicher…

Das aktuelle Blog-Event des Kochtopfs hat Kastanien bzw. Maronen zum Thema.

Hmm, knifflig. Meine Eltern mögen die nicht und deshalb kamen die in meiner Kindheit bei uns nie auf den Tisch. Meine ersten gerösteten Maronen habe ich in Straßburg auf einer Klassenfahrt gegessen und das war dann lange Zeit für mich die einzige real existierende Zubereitungsform von Maronen. Gelegentlich kamen sie mir dann im Laufe der Jahre durch die Verwandschaft z.B. als Füllung in der Weihnachtsgans auf den Teller. Naja, hat mich nicht wirklich begeistert.

Letztes Jahr brachte eine Freundin Vermicelles aus der Schweiz mit. Das war lecker! Mächtig bis zum Umfallen, aber lecker!

Als dann im Supermarkt die ersten frischen Maronen auftauchten, griff ich leichtsinnigerweise zu. Ich weiß wohl, daß es Maronen auch schon vorgekocht oder püriert zu kaufen gibt, aber das Blog-Event soll ja auch zu neuen Entdeckungen anregen.

Ok, ich habe etwas entdeckt: Ich werde nie wieder frische Maronen zur Weiterverarbeitung kaufen. So eine Plackerei! Mein Daumen wollte schon bei amnesty international anrufen! Fast die ganze Küche stand unter Wasser. Und aus einem Großteil der Maronen kamen die Bewohner mit kleinen weißen Fähnchen herausgekrabbelt, die meinen Daumen begleiten wollten. Und dabei waren die Maronen wirklich frisch!

Tipps, wie man Maronen schält, finden sich ja zur Genüge im Internet. Aber es stimmt: sie müssen wirklich kochendheiß sein, damit sich die innere Haut auch lösen läßt.

Vermicelle á l’orange

Quellenangabe: Was die Großmutter noch wußte
Abgewandelt 11.11.2006 von Sus
Kategorien: Dessert, Marone
Mengenangaben für: 4 Portionen

Zutaten:

500 Gramm Maronen (ungeschält)
400 Milliliter Milch
1 Vanilleschote; das Mark
2 Esslöffel Zucker
3 Esslöffel Cointreau
4 Kumquats

Vermicelle.jpg

Zubereitung:


Die geschälten Maronen in kleineren Brocken (geht schneller) unter ständigem Rühren in der Milch mit der Vanille weichkochen. Nach dem Einsatz des Rührstabs sollte es eine ziemlich cremige Masse sein. Den Zucker zusammen mit dem Cointreau unterrühren.

Zum Servieren die Masse durch eine Spätzlepresse oder ein Sieb mit größeren Löchern pressen. Im Original werden die Vermicelli auf ein Bett von Schlagsahne gesetzt, aber das wurde uns zu mächtig.

Alternativ haben wir sie – passend zum Cointreau – mit Kumquats-Scheiben garniert.


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